Ernährung – essentiell für das Wohlbefinden, mit Hürden im Alltag
August 2025
Wie wichtig ist Ernährung für unser Wohlbefinden?
Diese Frage stand im Zentrum einer unserer jüngsten Online-Umfragen, an der 263 Menschen teilnahmen. Die Mehrheit der Befragten lebt mit mindestens einer chronischen Erkrankung – dies spiegelt sich auch deutlich in den Antworten wider.
Hoher Stellenwert von Ernährung bei chronisch Kranken
91 % der Befragten halten Ernährung für „wichtig“ oder „sehr wichtig“. Insbesondere Menschen mit chronischen Erkrankungen schätzen den Einfluss der Ernährung auf ihre Gesundheit hoch ein. Über die Hälfte (53 %) bewerten sie als „sehr wichtig“, weitere 38 % als „eher wichtig“. Nur 9 % messen der Ernährung eine geringere Bedeutung bei.
Chronisch Kranke bevorzugen vegetarische Kost
Die Mehrheit der Respondenten lebt omnivor (61 %), also ohne bewussten Verzicht auf tierische Produkte. Immerhin 18 % ernähren sich flexitarisch, 8 % vegetarisch und 3 % vegan. Auffällig: Chronisch Kranke setzen häufiger auf pflanzenbasierte Kost (37 % vs. 21 % der Gesunden). Doch es gibt auch Barrieren: 14 % der chronisch Erkrankten vertragen kein Obst oder Gemüse – bei gesunden Personen tritt dieses Problem nicht auf.
Ernährungswissen umsetzen ist eine Herausforderung
Nur 17 % schaffen es fast täglich, die bekannte 5-Portionen-Regel für Obst und Gemüse einzuhalten. 38 % gelingt dies gelegentlich, während 30 % den Anspruch haben, aber im Alltag scheitern. Dieses Ergebnis zeigt: Wissen über gesunde Ernährung ist vorhanden – doch es fehlt an praktischer Unterstützung.
Ernährung beeinflusst Krankheitssymptome & Wohlbefinden
92 % geben an, dass ihre Ernährung das Wohlbefinden beeinflusst. Mehr als die Hälfte (56 %) sehen einen klaren Zusammenhang. Besonders chronisch Kranke erkennen diesen Effekt: 59 % berichten von einem direkten Einfluss, bei gesunden sind es nur 45 %.
Beschwerden als häufige Begleiter
Viele Teilnehmende berichten über Verdauungsbeschwerden nach bestimmten Lebensmitteln:
- Blähungen, Durchfall, Verstopfung (67 %)
- Bauchschmerzen, Krämpfe (42 %)
- Sodbrennen, Übelkeit (42 %)
- Müdigkeit, Erschöpfung (41 %)
Chronisch Kranke sind häufiger betroffen (71 % vs. 52 %). Hier zeigt sich der dringende Bedarf an individueller Ernährungsberatung und Diagnosehilfe.
Ernährungsberatung durch ÄrztInnen oft nicht ausreichend
69 % sprechen zumindest gelegentlich mit medizinischem Fachpersonal über Ernährung. Doch nur 16 % der chronisch Kranken fühlen sich dabei wirklich ernst genommen – bei gesunden sind es immerhin 22 %. Zudem müssen sich 58 % der chronisch Kranken viel Wissen selbst aneignen. Das zeigt: Das Gesundheitssystem lässt Betroffene bei Ernährungsfragen oft allein.
Nahrungsergänzungsmittel sind weit verbreitet – Wirkung bleibt individuell
58 % nehmen regelmäßig Nahrungsergänzungsmittel (NEM), 20 % gelegentlich. Besonders beliebt:
- Vitamin D (84 %)
- Magnesium (65 %)
- Vitamin B12 (50 %)
- Omega-3-Fettsäuren (48 %)
Die durchschnittliche Selbsteinschätzung der Wirksamkeit liegt bei 3,3 von 5 Punkten. Gesunde bewerten Nahrungsergänzungsmittel besser (Ø 4,0) als chronisch Kranke (Ø 3,1).
Fazit: Ernährung als Chance – aber auch Herausforderung
Die Ergebnisse der Studie zeigen deutlich, dass Ernährung ein zentraler Hebel zur Gesundheitsförderung, insbesondere bei chronischen Erkrankungen, ist. Der Alltag bringt jedoch Hürden wie Unverträglichkeiten, Informationsdefizite und fehlende Beratung.
Verlässliche Informationsquellen, strukturierte Ernährungsberatung und interdisziplinäre Zusammenarbeit im Gesundheitssystem können Kranke wesentlich unterstützen.
